Vom Schrauber zum High-Tech-Profi – Der krasse Wandel in der Autowerkstatt | Weiden24 - Stage

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Toni Merkl aus Vilseck lernt Kfz-Mechatroniker. (Bild: Evi Wagner)
Toni Merkl aus Vilseck lernt Kfz-Mechatroniker. (Bild: Evi Wagner)
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Toni Merkl aus Vilseck lernt Kfz-Mechatroniker. (Bild: Evi Wagner)

Vom Schrauber zum High-Tech-Profi – Der krasse Wandel in der Autowerkstatt

Die Berufswelt der Kfz-Mechatroniker verändert sich rasant. Vernetzte Steuergeräte und Software prägen den Arbeitsalltag, Tablets sind das wichtigste Werkzeug. Und die Herausforderungen wachsen weiter.

Kaum ein Handwerksberuf hat sich in den letzten Jahrzehnten so radikal verändert wie der rund ums Auto. Wo früher rein mechanische Komponenten im Vordergrund standen, bestimmen heute vernetzte Steuergeräte, Software-Updates und Hochvoltsysteme den Arbeitsalltag. Und es bleibt auch weiterhin spannend.
Die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker verbindet handwerkliche Tradition mit digitaler Zukunftstechnologie und ist weiterhin der beliebteste Ausbildungsberuf in Deutschland. Auch Toni Merkl aus Vilseck hat sich für einen Berufsalltag in der Autowerkstatt entschieden, inzwischen ist er im zweiten Ausbildungsjahr.

Langweilig wird es nie

„Ich habe mich schon immer für Autos interessiert“, erzählt er. „Und ich wollte unbedingt etwas Handwerkliches machen, deswegen bin ich Kfz-Mechatroniker geworden. In diesem Job wird es tatsächlich nie langweilig. Klar, Ölwechsel, Service oder Bremsen sind regelmäßig zu machen. Aber immer wieder kommt auch etwas Unvorhersehbares – zum Beispiel eine Fehlersuche. Da muss man dann rumtüfteln und mich reindenken, das ist wie eine Challenge und macht richtig viel Spaß. Vor allem, wenn man den Fehler dann gefunden hat, dann freut man sich riesig.“

Hört sich das richtig an?

Vor einigen Jahrzehnten hieß der Beruf noch klassisch Kfz-Mechaniker. Wer früher eine solche Ausbildung machte, erlernte noch ein klassisches Handwerk. Die Diagnosen wurden meist ohne elektronische Hilfsmittel gestellt. Bei der Fehlersuche musste man ganz genau hinhören, den Geruch von Benzin deuten oder Bauteile komplett zerlegen.
Kfz-Meister Jochen Vilser erinnert sich: „Wenn damals ein Motor geruckelt hat, haben wir den Vergaser ausgebaut, gereinigt und nach Gefühl wieder eingestellt. Unsere wichtigsten Werkzeuge waren der Drehmomentschlüssel, der Hammer und der Zündlichtpistole. Das haben wir heute nicht mehr, rund neun von zehn Diagnosen starten erst mal elektrisch.“ Nach dem Einzug von Airbags, ABS und elektronischen Motormanagementsystemen stieß die reine Mechanik an ihre Grenzen.

Komplett neue Inhalte

Das Jahr 2003 brachte dann den offiziellen Wendepunkt: Der Ausbildungsberuf wurde komplett reformiert und in Kfz-Mechatroniker umbenannt – eine Wortschöpfung aus Mechanik und Elektronik. Plötzlich reichte es nicht mehr, nur Teile zu tauschen. Man musste Kabelbäume verstehen und Messwerte interpretieren können.
Inzwischen geht die Entwicklung noch viel schneller voran. Die Digitalisierung hat die Werkstätten komplett umgekrempelt. Moderne Autos sind fahrende Computernetzwerke, die permanent Daten austauschen. Wer heute eine Ausbildung im Kfz-Gewerbe beginnt, verbringt oft mehr Zeit am Bildschirm als unter der Hebebühne.
Bevor überhaupt eine Schraube berührt wird, verbindet man das Fahrzeug mit dem Diagnose-Tester. Über das Auslesen des Fehlerspeichers läuft der Großteil der Fehlersuche ab. Dazu kommt der Mega-Trend Elektromobilität. Hybrid- und reine E-Autos erfordern in der 3,5-jährigen Ausbildung völlig neues Spezialwissen.

Tablet statt Schraubenschlüssel

Das ist das, was auch Toni Merkl richtig spannend findet. „Manche denken immer noch, unser wichtigstes Werkzeug ist der Schraubenschlüssel“, sagt der Kfz-Azubi und lacht. „Diese Zeiten sind schon lange vorbei. Mein wichtigstes Werkzeug in der Werkstatt ist definitiv das Tablet. Klar wechseln wir noch Bremsen oder Fahrwerke, das gehört auch dazu. Aber das Spannende ist die Elektronik, mich faszinieren vor allen die verschiedenen Sensoren.“
Und auch in der Zukunft wird sich in der Branche noch einiges tun. „ Die Verbrennerfahrzeuge werden weniger werden, die Elektrofahrzeuge mehr“, so Jochen Vilser. „Dadurch wachsen die Herausforderungen an die Diagnose und an die Qualifizierung der Leute. Früher oder später wird irgendwann ein Fahrzeug kommen, das selbstfahrend ist. Was da noch an Entwicklung kommt, das wird noch richtig interessant.“

 
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