Miriam Bayer macht eine Ausbildung zur Pflegefachkraft. Wie das abläuft und was ihr besonders wichtig ist.
„Ich hatte nicht geplant, in die Pflege zu gehen“, gesteht Miriam Bayer (17). Trotzdem absolvierte sie zuerst eine Ausbildung zur Pflegefachhelferin und steckt inzwischen mitten in der Ausbildung zur Pflegefachkraft. Wie es dazu kam? „Ich bin aufgewacht und dachte, der Beruf könnte ganz cool sein“, erinnert sie sich.
2024 machte Miriam ihren Abschluss an der Markus-Gottwalt-Schule in Eschenbach. „Ich dachte, ich würde danach etwas mit Kindern machen. Aber dann habe ich ein Praktikum im Kindergarten gemacht, und das hat sich noch nicht ganz richtig angefühlt“, erzählt sie.
Durch eine Schulfreundin erfuhr sie von der Caritas-Sozialstation in Grafenwöhr und dem ambulanten Pflegedienst. „Ich habe einen Probetag gemacht und mir angeschaut, wie alles abläuft. Das war wichtig für mich, und ich habe gemerkt, dass ich mich hier wohlfühle.“
Anschließend machte Miriam eine Ausbildung zur Pflegefachhelferin. Pflegefachhelfer unterstützen Pflegefachkräfte bei der Versorgung, Betreuung und Pflege von alten oder kranken Menschen. „Doch das war mir zu wenig. Deswegen habe ich danach noch die Ausbildung zur Fachkraft angefangen“, sagt die 17-Jährige. Hier trage man mehr Verantwortung und habe noch vielfältigere Aufgaben.
Miriam ist jeden Tag unterwegs und weiß oft nicht, was sie erwartet. Sie fährt von Patient zu Patient und hilft ihnen. „Wir wecken die Menschen morgens, unterstützen sie dabei, ins Badezimmer zu gehen, und helfen bei der Grundpflege. Wir spritzen aber beispielsweise auch Insulin“, erklärt sie. Außerdem stehen sie in Kontakt mit Ärzten und der Apotheke und kümmern sich um Medikamente, die die Patienten brauchen. Hinzu kommen bürokratische Aufgaben.
„Man braucht auf jeden Fall Empathie“, sagt Miriam. Man müsse den Menschen zuhören, offen und respektvoll sein. „Und Humor hilft auch“, weiß sie. „Für mich ist das Wichtigste, dass sich die Menschen bei mir wohlfühlen.“ Dafür bekomme man von den Patientinnen und Patienten auch viel zurück: „Die meisten Menschen sind sehr dankbar.“