Kazy aus Freudenberg: Mit Mut zur Musik | Weiden24 - Stage

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Die 26-Jährige Katharina „Kazy“ Zweck aus Freudenberg verfolgt ihren musikalischen Traum. (Bild: Sebastian Reiter)
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Die 26-Jährige Katharina „Kazy“ Zweck aus Freudenberg verfolgt ihren musikalischen Traum. (Bild: Sebastian Reiter)

Kazy aus Freudenberg: Mit Mut zur Musik

Die 26-Jährige Katharina „Kazy“ Zweck aus Freudenberg verfolgt ihren musikalischen Traum, schreibt und produziert ihre Songs selbst. Mit viel Leidenschaft arbeitet sie an eigener Musik und geht ihren ganz eigenen Weg.

Mit ihrer Mischung aus Singer-Songwriter-, Pop- und Indie-Elementen begeistert die 26-jährige Katharina alias Kazy aus Freudenberg ihr Publikum. Dass sie Musik nicht nur liebt, sondern lebt, merkt man sofort. Mit Musik und Musizieren ist sie seit Kindheitstagen vertraut. Insbesondere ihr Vater prägte sie in ihrer musikalischen Reise. „Meine Schwester singt und spielt auch Gitarre. Deswegen sind wir beide mit einer so großen Freude an Musik aufgewachsen“, erzählt sie. Von klein auf beobachtete sie ihren Papa, der sein Hobby neben dem Vollzeitjob intensiv betrieb, viel herumkam und Kontakte knüpfte.

Musik zu machen sei nie sein Hauptberuf gewesen. „Ich habe immer mitbekommen, dass es ihm richtig Spaß macht und es ein cooles Hobby ist.“ Der Balanceakt zwischen nebenberuflicher Leidenschaft und vollzeitlichen Verpflichtungen hat seither für Kazy einen besonderen Reiz, den sie im Moment auch selbst intensiv lebt.

Schreibtisch vs. Gitarre?

Ihre gefühlvollen Zeilen und poppigen Melodien entstehen zwischen Berufsalltag und Selbstständigkeit. Wie sie den Spagat zwischen ihrem 9-to-5-Job, ihrem Privatleben und der Kreativstube hinbekommt? Arbeit ist Arbeit, Kreativität jedoch hält sich nicht an feste Uhrzeiten. „Ideen kommen oft ganz unerwartet. Ob in der U-Bahn, unterwegs oder beim Einkaufen: Wenn mir
eine Songzeile einfällt, landet sie zuerst in meiner Notizen-App. Die eigentliche Arbeit beginnt später. Abends, am Wochenende oder im Urlaub nehme ich mir bewusst Zeit, daraus Songs zu entwickeln“, erzählt die 26-Jährige Kazy.

Natürlich sei da die Ambition groß, ihren Traum zu verwirklichen, sich vollkommen auf die Musik zu konzentrieren, um eines Tages mit ihr genug Geld zu verdienen. „2024 hatte ich so eine Phase, wo ich mir dachte: Ich mach das jetzt ‚for real‘, ich release jetzt auch mal was. Letztes Jahr habe ich dann meinen ersten Song rausgebracht.“

Vom Entwurf zum Song

Wie sie merkt, dass aus Gedanken oder Gefühlen ein Song werden könnte? Ihre Inspiration ziehe sie aus Erfahrungen und Ereignissen aus ihrem eigenen Leben oder aus dem Leben ihres Umfelds. Zwischen den ersten Entwürfen bis zum fertigen Stück liegen viele Arbeitsschritte.

Songwriting gleiche für Kazy eher dem Sammeln von Puzzleteilen als einer festen Arbeitsroutine. Manche Ideen reifen über Monate, andere fügen sich innerhalb kürzester Zeit zu einem ersten Entwurf zusammen, andere werden wieder verworfen. Wann und ob sie aus einer Melodie, einer Textzeile oder einer Sprachnotiz einen Song entwickelt, lasse sich daher nie vorhersagen.

Früher hat sie ihre Songs kaum jemandem gezeigt, aus Sorge, negative Rückmeldungen könnten sie entmutigen. Heute geht sie deutlich offener mit ihren Entwürfen um. Für musikalische Fragen zieht sie gelegentlich ihren Vater zu Rate, der Bass spielt. Häufiger wird jedoch die WG zum spontanen Testpublikum. Hören ihre Mitbewohner neue Songs durch die Zimmertür, folgt nicht selten die Frage: „Ist das ein neuer Song?“ Dann werden in der WG-Küche Meinungen eingeholt und verschiedene Versionen miteinander verglichen.

Live, laut und nah dran

Dass Menschen Musik bei Konzerten nicht nur konsumieren, sondern ein „gutes Gefühl“ und Spaß haben sollen, ist Kazy besonders wichtig. Hin und wieder tritt sie auf kleineren Open Stages in ihrer Wahlheimat München auf. Diese Auftritte seien zwar eine gute Übung, mit ihrem ersten großen Liveauftritt in Amberg jedoch kaum vergleichbar, meint sie. Für ihr Set beim Amberger Altstadtfest im Juni diesen Jahres arbeitete sie vor allem an ihrer Bühnenpräsenz und dem Austausch mit dem Publikum. Denn sie wollte nicht nur vier Songs präsentieren, sondern ein Erlebnis schaffen, das in Erinnerung bleibt.

Hinter den Kulissen spiele sich vor einem Auftritt viel ab, sagt sie. Vor allem der Soundcheck sei als Newcomerin ungewohnt gewesen. Wenn der Tontechniker zum Probesingen auffordert und man ohne Begleitung und ohne reales Publikum ins Mikrofon singt, ist das „erst einmal komisch“. Die intensive Vorbereitung und der Moment auf der Bühne könnten kaum unterschiedlicher sein. „Ich habe Gitarre gespielt, gesungen und dazu noch Bass und Schlagzeug eingespielt. Das muss man alles vorbereiten. Zum ersten Mal habe ich live mit Klicktrack geübt, also mit Takt im Ohr. Es war schon herausfordernd, darauf zu achten, im Takt zu bleiben und gleichzeitig das Publikum im Fokus zu haben.“

„Ja, das war crazy“, erinnert sie sich. „Auf diese Bühne zu gehen mit einer Anmoderation, mit Songs, die man sich einmal im Zimmer zu Hause überlegt hat. Das ist schon ein sehr cooles Gefühl.“ Begeistert hat sie vor allem aber auch die Begegnungen mit den anderen Bands, die sie schon ewig kennt und bewundert. „Man ist jetzt nicht mehr nur Betrachter, sondern tritt in die Amberger Musiker-Bubble ein und Leute kennen meinen Namen.“

Kazy, ganz persönlich

„Einfach eine gute Zeit haben“, das ist ihre Lebensphilosophie. Auch wenn sie oft in Alltagstress versinkt, versucht sie möglichst viel Zeit in ihrem Leben mit Dingen zu füllen, die sie auch erfüllen. „Und auch mal das Handy weglegen“, meint sie lachend. „Unsere Eltern hatten Recht damit.“ Die aufgeschlossene, sympathische Newcomerin ist in ihrer Familie und ihrem Bekanntenkreis als „sehr positiver Mensch“ bekannt. Ihre emotionale Seite kenne nur der engste Kreis. Doch wenn sie sich manchmal zurückzieht, nutze sie die Musik, um genau diese Emotionen zu verarbeiten und sich „quasi über Dinge mitzuteilen, die man sonst nicht so der ganzen Welt direkt sagen würde“.

Auch für Kazy verlief der Einstieg nicht ohne Herausforderungen. „Ich glaube, ich habe zu oft darüber nachgedacht: Wie und wo fange ich an?“, gesteht sie und betont, dass es natürlich sei, immer wieder mal mit Selbstzweifeln zu kämpfen. „Es hat sehr lange gedauert, bis ich selbstbewusst genug war, um zu sagen: Ich veröffentlich jetzt was und zeige anderen, was ich geschrieben habe.“ Sie hat sich alles selbst beigebracht, auch das Produzieren per Software. „Man fängt halt irgendwo an. Und dann klingt erstmal alles richtig schlecht. Und dann arbeitet man sich hoch. Für mich war es lange ungewohnt zu sagen: Jetzt bin ich gut genug.“ Doch mittlerweile hat Kazy den Schritt geschafft, an sich selbst zu glauben und ihre Kunst mit anderen zu teilen.

„Einfach machen“, rät sie. Das würde sie auch gern ihrem jüngeren Ich mitgeben. Heute weiß sie auch: „Die Leute um dich herum mögen dich – no matter what. Das ist nicht an irgendeine Bedingung geknüpft.“ Der Soundtrack ihres Lebens? Grinsend gesteht sie: „Ja, ich bin gestresst, aber von Dingen, die ich mir selbst ausgesucht habe.“ Vielleicht passt also: „Gewollt gestresst“.

 
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