Leidenschaft pur: Die SpVgg SV Weiden feiert den dritten Heimsieg in Folge. Die gezeigte Leistung macht Lust auf mehr. Dagegen hadert der unterlegene Gegner mit so mancher Unebenheit.
Die U21 des SSV Jahn Regensburg kann gegen die SpVgg SV Weiden einfach nicht gewinnen. Kein Wunder, dass deren Trainer am Freitagabend wenig Lust hatte auf eine ausführliche Spielanalyse. „Was soll ich sagen? Weiden hat verdient gewonnen”, sagte Christoph Jank. Der Mann aus Niederösterreich kannte auch den Grund für die 0:1 (0:0)-Auswärtsniederlage seiner Elf: „Der Platz war schlecht, so schlecht, dass man darauf keinen Fußball spielen konnte.”
Mit dieser Feststellung hatte Jank nur teilweise Recht. Immerhin musste auch der Gegner mit dem holprigen Untergrund im Weidener Sparda-Bank-Stadion zurecht kommen, und der tat dies auf vorbildliche Art und Weise. Natürlich sei der Platz nicht optimal gewesen, meinte SpVgg-SV-Chefcoach Michael Riester, „aber meine Mannschaft war druckvoller, zielstrebiger und besser als Regensburg, weil sie leidenschaftlich gearbeitet hat.” Sein Fazit: „Wir haben ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht.” Als Mini-Manko nannte Riester lediglich die Chancenverwertung: „Du musst das eigentlich 2:0 oder 3:0 gewinnen.”
Damit sprach er auch zwei Weidener Treffer in der Schlussviertelstunde an, denen Schiedsrichter Manuel Steigerwald aus kaum ersichtlichen Gründen die Anerkennung versagte. Bei den gut 900 Zuschauern sorgte dies für reichlich Unmut, was auch auf Riester zutraf. „Ich werde gleich noch das Gespräch mit dem Schiedsrichter suchen”, kündigte der Weidener Coach auf der Pressekonferenz an: „Es kann nicht sein, dass man in so einem wichtigen Spiel in vielleicht entscheidenden Situationen neben der Spur ist.”
Vor allem eine Entscheidung tat den Weidenern weh: Ab der 85. Minute mussten sie mit zehn Mann den knappen Vorsprung verteidigen, weil Adrian Hoti nach einem nicht gegebenen Tor wegen einer beiläufigen Beschwerde die Ampelkarte sah. Riester dazu: „Er hat nur gesagt: Schiedsrichter, das war kein Foul.”
Da aber die Schwarz-Blauen auch die achtminütige Nachspielzeit ohne Schaden überstanden, gab es bei Spielende nur glückliche Gesichter. Einer, der von seinen Mitspielern besonders gefeiert wurde, war Moritz Zeitler. Wie beim 3:0 zuletzt gegen Eintracht Bamberg verwandelte er Mitte der zweiten Halbzeit einen Elfmeter zum an diesem Tag entscheidenden Treffer. Erneut visiert er dabei das linke untere Toreck an. „Ich will nicht zu viel preisgeben”, schmunzelte er. „Nur so viel kann ich sagen: Ich weiß beim Anlaufen, wo ich hin schieße.”
Ein Torerfolg blieb dagegen Christoph Fenninger trotz starker Leistung versagt. Der Ex-Bayreuther stand nach längerer Krankheit erstmals seit Beginn der Frühjahrsrunde in der Anfangsformation und malochte vorbildlich in vorderster Front. „Es hat sich besser angelassen, als ich gedacht habe”, meinte der 30-Jährige zu seinem „Startdebüt”.
Die Situation, die zum Elfmeter führte, kommentierte Fenninger trocken: „Ich bin kein Schwalbenkönig. Der Regensburger hat mich schon am Knöchel getroffen.” Dann schob er schmunzelnd hinterher: „Das glaube ich zumindest.” Wichtiger, als dass er den Strafstoß herausgeholt hatte, war Fenninger jedoch der überzeugende Auftritt der Mannschaft: „Wir sind ballsicherer als in der Vorrunde. Und wenn die Leidenschaft stimmt, gewinnst du deine Spiele.”
Der U21 des SSV Jahn fehlte dagegen an diesem Tag das Sieger-Gen. Zumindest hellte sich die Stimmung beim zum Saisonende scheidenden Trainer auf, als Stadionsprecher Klaus Hartung Jank ein Präsent überreichte – eine Flasche Wein aus Weiden am See, der österreichischen Patengemeinde der Max-Reger-Stadt. „Ich bin sicher, dass ihr in der Bayernliga bleibt”, bedankte sich Jank. Bei nunmehr erreichten 30 Punkten sind die Schwarz-Blauen tatsächlich prächtig in der Spur. Am nächsten Samstag geht's zur SpVgg Bayern Hof. Nach drei Heimsiegen in Folge will Weiden nun auch auswärts punkten.
SpVgg SV Weiden: Bartl, Zeitler, Behnke, Hoti, Vacek, Lang, Ruda, Schaller (51. Brand), Bytomski (90.+3 Hügel), Fenninger (79. Rodler), Syleimani (90. Bauer)
SSV Jahn Regensburg U21: Merkl, Albrecht, Totschnig, Gebhard, Rost (75. Heid), Schön, Krauss, Onuigwe, Rehwald, Maul (71. Knoche), Kieffer
Tor: 1:0 (64./Foulelfmeter) Moritz Zeitler
SR: Manuel Steigerwald
Zuschauer: 912
Gelb-Rot: (85.) Adrian Hoti (Weiden), (90.+5) Gebhard (Jahn)