Tödliche Waffenkontrolle in Berngau: Ermittlungen bleiben schwierig | Weiden24 - Stage

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Nach der Tat sperrte die Polizei das Wohnhaus des mutmaßlichen Täters für die Ermittlungen ab. (Archivbild) (Archivbild: Daniel Löb/dpa)
Nach der Tat sperrte die Polizei das Wohnhaus des mutmaßlichen Täters für die Ermittlungen ab. (Archivbild) (Archivbild: Daniel Löb/dpa)
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Nach der Tat sperrte die Polizei das Wohnhaus des mutmaßlichen Täters für die Ermittlungen ab. (Archivbild) (Archivbild: Daniel Löb/dpa)

Tödliche Waffenkontrolle in Berngau: Ermittlungen bleiben schwierig

In der Oberpfalz eskaliert eine Waffenkontrolle. Zwei Behördenmitarbeiter sterben, der Waffenbesitzer wird schwer verletzt. Die Untersuchung des Falls ist für die Kripo kompliziert.

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Behördenmitarbeiter während einer Waffenkontrolle gestalten sich die Ermittlungen schwierig. Die Details zum Tatablauf und zur Motivation des mutmaßlichen Schützen seien noch unklar, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im Innenausschuss des Landtages in München. „Eine abschließende Beurteilung des Sachverhalts ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich.“

Herrmann verwies darauf, dass der 60 Jahre alte Waffenbesitzer wegen seiner bei der Festnahme erlittenen schweren Verletzungen nach wie vor nicht habe vernommen werden können. Zudem sei es auch kompliziert, die Hintergründe der Kontrolle im Landratsamt in Neumarkt in der Oberpfalz aufzuklären.

Konkreter Anlass der Kontrolle ist bislang nicht geklärt

Herrmann erläuterte, dass die beiden Opfer, eine 54 Jahre alte Frau und ihr 45 Jahre alter Kollege, seit längerer Zeit die zuständigen Mitarbeiter der Waffenbehörde gewesen seien. Dadurch sei es nun aufwendig, die Vorgeschichte zu ermitteln, sagte der Minister. Ob die Kontrolle bei dem Waffenbesitzer reine Routine oder aus einem besonderen Grund speziell geplant gewesen sei, sei insofern noch unklar.

Am vergangenen Donnerstag wollten sich die beiden Kontrolleure nach bisherigen Erkenntnissen in Berngau die Waffen des 60-jährigen Deutschen zeigen lassen. Dabei soll der Mann auf beide Behördenmitarbeiter jeweils mehrfach geschossen haben. Die zwei Kollegen starben noch vor Ort.

Der Waffenbesitzer verschanzte sich stundenlang in seinem Haus. In der Nacht zum Freitag stürmte ein Spezialeinsatzkommando der Polizei das Gebäude und nahm den Mann fest. Dabei wurden laut Herrmann Sprengmittel sowie eine Schusswaffe eingesetzt. Der 60-Jährige sei weiter im Krankenhaus und werde dort bewacht.

Laut Herrmann ist der Verdächtige ein Sportschütze und hatte daher als Mitglied eines Schützenvereins legal Waffen im Haus. Erste Angaben, wonach der Mann zudem auch Jäger gewesen sei, seien aber nicht richtig.

Auf den Mann waren zehn Schusswaffen registriert, eine davon soll aber mittlerweile an einen Händler abgegeben worden sein. Die anderen neun Waffen seien bei der Durchsuchung entdeckt worden, sagte der Minister. Weitere illegale Waffen seien in der Wohnung nicht gefunden worden.

Im Jahr 2024 scheiterte eine Waffenkontrolle bei dem Beschuldigten

Nach Angaben Herrmanns fand die letzte Kontrolle bei dem Mann im Jahr 2023 statt. Im Folgejahr habe es dann einen erfolglosen Versuch gegeben. Dabei sei niemand angetroffen oder zumindest die Tür nicht geöffnet worden. Damals seien die gleichen zwei Mitarbeiter vor Ort gewesen, die nun getötet worden sind. Deswegen könnten jetzt von der Kriminalpolizei die Hintergründe nur nach Aktenlage ermittelt werden.

Laut Herrmann gibt es jährlich im Freistaat etwa 10.000 Kontrollen bei registrierten Waffenbesitzern, um die ordnungsgemäße Aufbewahrung der Waffen zu überprüfen. Falls bei solchen Kontrollen Konflikte erwartet würden, werde die Polizei hinzugeholt, erklärte der Innenminister. Er will nun mit den Kreisverwaltungsbehörden klären, wie in Zukunft mit solchen Situationen umgegangen werden soll.

Der stellvertretende Vorsitzende des Innenausschusses, Florian Siekmann (Grüne), verwies darauf, dass manche Landratsämter schusssichere Westen für die Mitarbeiter bereithielten. Ansonsten könnten sicherlich auch die Polizeidienststellen mit Westen aus ihren Beständen aushelfen.

© dpa-infocom, dpa:261014-930-837687/1

 
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