Maibaum oder Kirwabaum? Darum gibt es in Amberg kein Maibaumfest | Weiden24 - Stage

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Maibaum oder Kirwabaum, das ist die Frage. (Symbolbild: Stefan Sauer/dpa)
Maibaum oder Kirwabaum, das ist die Frage. (Symbolbild: Stefan Sauer/dpa)
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Maibaum oder Kirwabaum, das ist die Frage. (Symbolbild: Stefan Sauer/dpa)

Maibaum oder Kirwabaum? Darum gibt es in Amberg kein Maibaumfest

In ganz Bayern feiert man Maibaumfeste. Also, fast. Im Raum Amberg sind die nämlich nicht so ein Ding. Dafür gibt es hier die Kirwa. Aber warum ist das so? Wir haben nachgefragt.

Maibaam, Maibaam – ist das wirklich mei Baam? Erst vergangenes Wochenende war gefühlt wieder jeder beim Maibaum-Aufstellen. Fast jeder, nur nicht die Amberg-Sulzbacher. In der ganzen Umgebung scheinen Maibaum-Feste irgendwie nicht so ein Ding zu sein. Aber warum?

Die Gründe dafür sind historisch, erklärt Kreisheimatpfleger Dieter Dörner. „Die Maibaum-Tradition geht bis auf die Germanen zurück”, sagt er. Bis ins 19. Jahrhundert kannte man eigentlich auch nur diese. In Altbayern, wozu die Oberpfalz ja auch gehört, etablierten sich aber noch über 100 weitere Feiertage. Unter anderem hatte auch jeder katholische Ort seine eigene Kirchweih, also Kirwa.

Alle Kirchweihen abgeschafft

So viel Partystimmung gefiel aber nicht jedem: „Dem Kurfürsten waren die Feiertage zuwider und 1860 dann hat der König alle Kirchweihen abgeschafft”, erzählt Dörner. Stattdessen führte er eine zentrale Kirchweih im Oktober ein, die Allerweltskirchweih.

Während sich Ober- und Niederbayern brav an die Vorgaben hielten, sahen sich die Oberpfalz und auch Franken da aber nicht angesprochen. „Die haben gesagt, 'Danke, aber wir feiern weiterhin unsere Kirchweihen'.” In den katholischen Gemeinden gab es deshalb weiterhin eine Kirwa als das Hauptevent im Jahr.

Mischmasch aus Festen

In der Oberpfalz sind katholische und evangelische Gemeinden heutzutage gemischt. Trotzdem merkt man die frühere Trennung immer noch. Im Landkreis Neustadt/Waldnaab etwa sind Maibaumfeste ein viel größeres Ding als Kirwan. Diese finden sich vor allem im Altlandkreis Amberg, so Dörner. „Im Altlandkreis Sulzbach gibt es einen Mischmasch aus Maifesten und Kirwan.”

Etwas gemeinsam haben die beiden Feste aber schon: Den Baum – inklusive Schmuck. „Der Maibaum hat traditionell Zunftzeichen, während der Kirwabaum mit einem Kranz geschmückt ist. Beides steht für Fruchtbarkeit”, weiß Dieter Dörner.

 
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