Wer eine Kirwa austanzen will, muss tanzen lernen. Ein so essenzieller wie für den durchschnittlichen Kirwa-Besucher unsichtbarer Bestandteil der Kirwa-Vorbereitungen ist deshalb die Tanzprobe. Beziehungsweise die Tanzproben.
Über Wochen haben sich die Niederärndter Kirwapaare sonntagabends am Edelsfelder Feuerwehrhaus getroffen und mehr oder weniger komplizierte Tänze gelernt. „Zum Beispiel die 'Schöne Marie', die hat nicht jeder”, erklärt Kirwabursch Theo, der gemeinsam mit seinem Kollegen Sven die Tanzproben leitet. Einen externen Tanzlehrer, wie es manche Kirwa-Gemeinschaften haben, gibt es in Niederärndt nicht. „Wir machen das alles selbst”, so Theo.
Die „Schöne Marie” beziehungsweise „Oh, wie schön bist du, Marie”, die Sternpolka oder auch ein klassischer Oberpfälzer Zwiefacher, das ist nicht immer einfach zu lernen. Hat sich das Kirwamoidl jetzt in die richtige Richtung gedreht? War das ein Zwei- oder Dreivierteltakt? Für Tanz-Anfänger gar nicht so einfach.
Zum Glück gibt es erfahrene Tänzer unter den Niederärndtern, die auch beim schnellsten Dreher nicht aus dem Takt kommen, und die einen eleganten Schwung drauf haben. Zwischen den Tänzen singen die Kirwaleut Lieder – selbst gedichtet, traditionell, kurz, lang. Und natürlich darf auch ein „Wer hat Kirwa?” nicht fehlen.
Und dann ist da noch das Thema mit dem Strauß. „An der Kirwa werden zwei Sträuße rumgegeben”, sagt das ehemalige Kirwamoidl Sandra. „Im einen ist ein Los mit 'OKP 2026' (Oberkirwapaar 2026, Anmerkung der Redaktion), im anderen sowas wie 'Leider nicht'.”
Bei der Tanzprobe gibt es statt einem Strauß einen büscheligen Zweig direkt vom Baum. Den geben zwei ehemalige Kirwamoila an zwei Ecken des Tanzkreises von Paar zu Paar. „Damit wir auch einen Auftrag haben”, sagt Sandra und lacht.
Nach der Tanzprobe folgt in Niederärndt – beziehungsweise Edelsfeld – eine obligatorische Runde Flunkyball, dann geht meistens eine große Gruppe der Kirwaleut noch gemeinsam fort, auf eine andere Kirwa zum Beispiel.