Die Blue Devils Weiden machen beim EV Landshut ein gutes Auswärtsspiel, sind phasenweise die klar bessere Mannschaft, stehen am Ende aber wieder mit leeren Händen da. Wie so oft scheitert der Oberpfälzer Krisenclub an der Chancenverwertung.
Die Blue Devils Weiden haben am Freitagabend in der DEL2 vor 4040 Zuschauern beim EV Landshut mit 0:1 verloren. Trotz eines beherzten Auftritts und Chancen en masse war es ein Gegentreffer in Unterzahl, der die sechste Niederlage in Serie besiegelte. Vor allem der bärenstarke Jonas Langmann im Landshuter Tor trieb die Blue Devils zur Verzweiflung.
Interims- und „vielleicht doch bis Saisonende“-Trainer Jürgen Rumrich konnte seit langer Zeit einmal wieder ein komplettes Aufgebot nominieren. Fabian Voit und Neal Samanski kehrten nach Verletzung und Sperre zurück, zwölf Stürmer und sieben Verteidiger sorgten für eine in Weiden in dieser Spielzeit relativ unbekannte Kadertiefe. Ex-Bundestrainer Uwe Krupp, der noch am Donnerstag als Experte beim Olympia-Auftakt des DEB-Teams gegen Dänemark für Eurosport fungierte, musste beim EVL auf den verletzten Ex-Weidener David Elsner verzichten. Im Tor der Blue Devils stand erstmals seit der Demission von Ex-Trainer Sebastian Buchwieser wieder die München-Leihgabe Simon Wolf, Felix Noack saß als Back-up auf der Bank.
Und dieser Wolf war sogleich einer der Protagonisten des ersten Drittels, das ausgeglichen und sehr umkämpft verlief. Die Hausherren hatten den besseren Start und zeigten sich im Angriff gefährlicher. Die größte Möglichkeit vergab Trevor Gooch, der Wolf per Trickshot durch die Beine überwinden wollte. Doch der 21-jährige Förderlizenz-Goalie ließ sich nicht überlisten und wehrte per Reflex ab. Erst gegen Ende des Abschnitts verzeichnete Weiden seine beste Phase. Zach Tsekos scheiterte aber im Eins-gegen-eins ebenso an Jonas Langmann im Landshuter Tor wie wenig später Cedric Schiemenz, der sein Glück gleich doppelt versuchen durfte. Mit den beiden Goalies als prägenden Protagonisten lautete der Zwischenstand nach 20 Minuten folgerichtig 0:0.
Im Mittelabschnitt leisteten sich die Gäste zu Beginn zu viele Strafzeiten, was gegen das beste Powerplay-Team der Liga keine besonders gute Idee ist. Und Landshut ließ sich diese Chance nicht entgehen und krönte eine Überzahlsituation zur Führung durch einen abgefälschten Schuss von Jakob Mayenschein. Danach hatten die Blue Devils zunächst Probleme, sich zu finden, doch mit zunehmender Spielzeit kippte die Überlegenheit immer mehr auf die Seite der Gäste. Der Ausgleich lag gleich mehrfach in der Luft, einzig und allein fallen wollte dieser aber nicht. Langmann im Landshuter Kasten stand unter Dauerbeschuss, auch ein eigenes Powerplay kann man eigentlich nicht viel besser spielen – einzig und alleine die Scheibe wollte nicht über die Linie. So blieb nach 40 Minuten die Erkenntnis, dass die Statistik doch nicht immer lügt. Der EVL festigte seinen Status als Powerplay-Spezialist, während die Weidener – wieder einmal – fast schon grotesken Chancenwucher betrieben.
Wer im Schlussabschnitt mit einer Fortsetzung des Weidener Sturmlaufs gerechnet hatte, wurde zunächst enttäuscht. Obwohl die Blue Devils fast die Hälfte ihrer Tore im letzten Drittel erzielen, blieben die Gäste offensiv doch eher blass. Vielmehr war es der überragende Simon Wolf, der den zweiten Gegentreffer verhinderte, wobei auch die Gastgeber keineswegs ein Feuerwerk abbrannten. In der Schlussphase setzten die Gäste alles auf eine Karte, hatten noch ihre Möglichkeiten, scheiterten aber immer wieder am Mann des Tages – an Jonas Langmann im Tor des EV Landshut.
EV Landshut: Langmann - Dietz, Has, Bergman, Dersch, A. Schwarz, Serikow - Mayenschein, Kornelli, Wenzel, Gooch, Koskenkorva, Immo, Lindberg, Rundqvist, Stümpel, Gaus, Park, Scheibengraber
Blue Devils Weiden: Wolf - Muck, Kolb, Bohac, Pokorny, Ribnitzky, Schwaiger, Marusch - Ward, Tsekos, Gläser, Vogt, Voyer, Schiemenz, Ne. Samanski, No. Samanski, Vinzens, Edfelder, Voit, Thal
Tor: 1:0 (16.) Mayenschein (Kornelli, Dietz)
Strafen: Landshut 6, Weiden 10
SR: Schütz, Altmann
Zuschauer: 4040