Weniger als 24 Stunden vor der Tat hatte sich der mutmaßliche Angreifer selbst bei der Polizei gemeldet.
Nach dem Messerangriff in einer Regensburger Bankfiliale, bei dem ein Mann starb, informierten das Polizeipräsidium Oberpfalz und die Staatsanwaltschaft Regensburg am Freitag über ihren aktuellen Ermittlungsstand. Demnach verletzte der 20-jährige Tatverdächtige einen Mann in einer Bankfiliale mit einem Messer schwer. Unmittelbar nach der Tat habe sich der Mann in einen Raum innerhalb des Gebäudes zurückgezogen. Im westlichen Bereich der Bank brachten sich zeitgleich zwei Personen in einem andere Raum in Sicherheit, heißt es in einer Pressemitteilung.
Bereits wenige Minuten später waren die ersten Einsatzkräfte am Tatort. Laut Polizeiangaben gelang es gegen 15 Uhr, den schwer verletzten Mann über ein Fenster aus der Bankfiliale zu holen. Er wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Regensburger Krankenhaus eingeliefert, dort erlag er seinen Verletzungen.
Ebenfalls um 15 Uhr konnten ein Ehepaar mit seinem Kind, die als Kunden in der Bankfiliale waren, sowie ein Kundenberater unverletzt aus dem Gebäude evakuiert werden. Die Polizei konnte die beiden Personen, die sich im westlichen Bereich der Bank in Sicherheit gebracht hatten, ebenfalls unverletzt aus dem Gebäude führen.
Die Beamten sperrten den Bereich um die Filiale weiträumig ab, da sich der Tatverdächtige weiterhin im Gebäude befand. Spezialkräften gelang es dann um 17:43 Uhr, den Tatverdächtigen, der keinen Widerstand leistete, festzunehmen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Regensburg wurde er am Freitag einem Haftrichter beim Amtsgericht Regensburg vorgeführt, informiert das Polizeipräsidium Oberpfalz. Dieser erließ einen Untersuchungshaftbefehl, der Mann wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Die Kriminalpolizei Regensburg ermittelt wegen Mordes sowie eines versuchten Raubdelikts in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Regensburg, heißt es.
Der 20 Jahre alte Mann war weniger als 24 Stunden vor der Tat in Polizeigewahrsam. Er sei zur Polizei gekommen und habe sich selbst stellen wollen, unter anderem weil er seinen Angaben zufolge eine Bierflasche auf ein Polizeigelände geworfen habe, sagte Polizei-Einsatzleiter Erwin Frankl in Regensburg. Es habe jedoch keine Haftgründe gegeben, weswegen der Mann wieder auf freien Fuß gesetzt worden sei.
Der junge Mann sei in den vergangenen Jahren wiederholt polizeilich wegen kleinerer Delikte in Erscheinung getreten. Unter anderem sei er mehrmals vermisst worden, als er nicht rechtzeitig in eine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung zurückgekehrt war. Gegen ihn war bereits in der Vergangenheit ein Waffenbesitzverbot ausgesprochen worden, nachdem er in der Vergangenheit mit einem Messer und einem Elektroschocker angetroffen worden war.
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