25 Jahre „No Angels“: Neue Doku über Erfolgs-Girlgroup | Weiden24 - Stage

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Lucy Diakovska (l-r), Jessica Wahls und Sandy Mölling bei der Preview zur Doku in Berlin.  (Bild: Christoph Soeder/dpa)
Lucy Diakovska (l-r), Jessica Wahls und Sandy Mölling bei der Preview zur Doku in Berlin. (Bild: Christoph Soeder/dpa)
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Lucy Diakovska (l-r), Jessica Wahls und Sandy Mölling bei der Preview zur Doku in Berlin. (Bild: Christoph Soeder/dpa)

25 Jahre „No Angels“: Neue Doku über Erfolgs-Girlgroup

Die „No Angels“ sind die wohl erfolgreichste Girlgroup Deutschlands. Eine neue ARD-Serie schaut zurück auf 25 Jahre Bandgeschichte. Mit all ihren Höhen und Tiefen.

„I wanna be daylight in your eyes...“ - die meisten Millennials in Deutschland können diesen Songtext wahrscheinlich im Schlaf vervollständigen. 2001 wurden die „No Angels“ mit dem Lied schlagartig berühmt. Ein Jahr zuvor hatten Lucy, Nadja, Sandy, Vanessa und Jessica sich gegen mehr als 4.000 Konkurrentinnen durchgesetzt und die Castingshow „Popstars“ gewonnen.

25 Jahre später schauen die Frauen in der dreiteiligen Doku-Reihe „No Angels - Das sind wir!“ der ARD auf die bewegte Geschichte ihrer Girlband zurück. Ab dem 14. Oktober sind die drei Folgen in der ARD Mediathek zu sehen. Am 17. Oktober werden sie außerdem um 23.55 Uhr im Ersten ausgestrahlt. 

Auch Weggefährten kommen in der Doku zu Wort, etwa der Choreograf und frühere „Popstars“-Coach Detlef D. Soost. Nicht mehr mit dabei ist Vanessa Petruo, die sich bereits vor längerer Zeit aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat.

Mit vielen Archivaufnahmen beleuchtet die Serie den schnellen Aufstieg der fünf Frauen, die nicht nur sehr jung, sondern auch unerfahren waren. „Popstars“ war damals die erste Castingshow dieser Art, „Deutschland sucht den Superstar“ gab es noch nicht. Die Bewerberinnen hatten also wenig Ahnung, auf was sie sich einließen. „Ich wusste nicht, dass für eine Girlband gecastet wurde. Ich wusste gar nichts“, erzählt Jessica Wahls in der Doku.

Die „No Angels“ als die deutschen „Spice Girls“

Die Menschen hinter der Show aber wussten ganz genau, was sie wollten: „Es sollten die deutschen „Spice Girls” werden“, erzählt die ehemalige „Popstars“-Producerin Christiane Knaup. Das gelang. Mit einer lesbischen und zwei schwarzen Frauen war die Besetzung der Girlband für damalige Verhältnisse ausgesprochen divers. 

Viele Fans konnten sich mit den „No Angels“ identifizieren. Mädchen in ganz Deutschland pflasterten ihre Kinderzimmer mit „No Angels“-Postern zu, sammelten Zeitschriftenausschnitte und Autogrammkarten und liefen in die Elektromärkte, um sich die neusten CDs zu kaufen.

Persönliche Krisen werden immer wieder zur Zerreißprobe

In der Serie sieht man, wie die frisch gebackenen „No Angels“ „Daylight in your eyes“ zum ersten Mal hören. Die Doku verrät auch, dass der Song nicht ganz neu und eigentlich für jemand anderen geschrieben worden war. Die „No Angels“ brachten ihn auf Platz 1 der deutschen Charts. Das dazugehörige Album „Elle'ments“ wurde mindestens 1 Million Mal verkauft. Mit „Daylight“ verbinde sie eine Art Hass-Liebe, erzählt Sandy Mölling. „Ich habe ihn viel zu oft gesungen. Aber ich liebe den Song natürlich. Er ist fester Bestandteil meines Lebens.“

Mit dem schnellen Erfolg kam auch ein enormer Druck, der auf den jungen Frauen lastete. „Unser Monat hätte 60 Tage haben können und das wären nicht genug Tage gewesen“, erzählt Jessica Wahls. Sehr offen und persönlich erzählen die Frauen auch von Krisen einzelner Bandmitglieder, die zur Zerreißprobe für die Gruppe wurden. Etwa Jessicas Schwangerschaft, die für sie vorerst zum Ausschluss aus der Band führte, oder Nadja Benaissas HIV-Infektion und ein anschließender Gerichtsprozess.

„No Angels - Das sind wir!“ ist eine ehrliche Auseinandersetzung mit den Höhen und Tiefen der Reality-Welt und des Popstarseins. Besonders schön zu sehen ist, wie eng und vertraut die Frauen bis heute sind. Zwischen ihnen herrsche ein Urvertrauen, sagt Sandy Mölling. Nadja, Lucy und Jessica seien für sie wie Familie. „Wir tauschen uns aus, aber auch nicht täglich“, erzählt Jessica Wahls der Deutschen Presse-Agentur. Doch auch nach ein paar Wochen Funkstille könnten die Frauen sofort wieder anknüpfen. „Es ist eine Seelenverwandtschaft.“

Für ehemalige oder noch „No Angels“-Fans bietet die Serie viele schöne Nostalgie-Momente in 2000er-Optik, inklusive Arschgeweih, Hüfthosen, „The Dome“-Auftritten und Tränen von Detlef D. Soost.

Comeback während Corona-Pandemie

Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 gab es mehrere Trennungen und Comebacks der „No Angels“. Für manche Teenager brach nach dem (vorzeitigen) Aus der Band eine ganze Welt zusammen. Das letzte Comeback feiern die vier Frauen im Jahr 2020.

Während der Corona-Pandemie entwickelte sich ein unerwarteter Hype. Die Musik der „No Angels“ wurde zum ersten Mal auf Spotify veröffentlicht. Für viele sei es während der Pandemie eine willkommene Abwechslung gewesen, so Wahls. „Jeder hat sich nach Wärme und einem wohligen Gefühl gesehnt.“ Dass es so durch die Decke gehen würde und die Band zwei Jahre später ein großes Open-Air-Konzert in Berlin spielen würde, damit hätten sie nicht gerechnet.

Was sich in 25 Jahren verändert hat

Jetzt sind die „No Angels“ seit sechs Jahren stabil - die längste Zeit in der Bandgeschichte. Heute sei die Arbeit mit viel weniger Druck verbunden, als in den Anfängen, erzählt Wahls. „Wir machen die Sachen, auf die wir Bock haben.“ Jede habe eigene Verpflichtungen. Lucy Diakovska etwa führt ein Hotel in ihrem Heimatland Bulgarien, Jessica Wahls arbeitet beim MDR und als Yogalehrerin. Im Sommer sei dann immer „No Angels“-Zeit, darauf hätten die Frauen sich geeinigt.

Wie lange wollen die „No Angels“ noch zusammen auf der Bühne stehen? „Dazu gibt es vier unterschiedliche Meinungen“, sagt Wahls und lacht. Wer weiß, vielleicht feierten sie auch noch das 40-jährige und das 50-jährige Jubiläum zusammen. „Mal sehen.“

© dpa-infocom, dpa:261014-930-836340/1

 
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